Bernd Drucker

Bernd Alexander Drucker
* 10.4.1918[1917] (Leipzig) – ✡ 3.7.2009 (USA)
Stationen: Leipzig, Freienstein, Dänemark, USA

  • März 1934: Mittlere Reife an der Leibnizschule in Leipzig (Städtische Oberrealschule für Jungen)
  • 1934-1936: Bernd besucht die Öffentliche Handelslehranstalt zu Leipzig; gleichzeitig absolviert er eine Lehre in der Firma seines Vaters „S. Alexander & Co. Leipzig – Kalenderfabrik u. moderne Reklameartikel für Handel u. Industrie“, in der er bis zum 28.2.1937 arbeitet; Mitinhaber ist Siegfried Alexander, der Bruder seiner Mutter
Mitgliederkartei der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig (Quelle: Arolsen Archives)
Mitgliederkartei der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig: 1936 wohnt Bernd zusammen mit seinem Vater in der Nordstraße 58 in Leipzig, später in der Pfaffendorfer Straße 18 (Quelle: Arolsen Archives)
  • 5.3.-4.5.1937: landwirtschaftliche Umschulung in Biblis
  • 1.6.1937: zur Hachschara nach Freienstein mit einer Zuzahlung von 40 RM pro Monat
Arbeitszeugnis
28.12.1938: Dr. Günther Jaffé stellt Bernd ein Zeugnis über seine Tätigkeit als landwirtschaftlicher Praktikant auf dem Gut Freienstein aus (Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Hannover: Entschädigungsakte Nds. 110W Acc. 31/99 Nr.1818)
  • 10. November 1938, Novemberpogrom: Bernd wird zusammen mit den anderen Juden auf Gut Freienstein verhaftet und ins Gefängnis nach Stettin transportiert; am nächsten Morgen werden die Mädchen und Frauen nach Hause geschickt, die Jungen und Männer werden ins KZ Sachsenhausen deportiert; Bernd erhält die Häftlingsnummer 11342 und wird dem Block 62 zugewiesen (dem sogenannten „Kleinen Lager“, in dem die meisten der jüdischen Häftlinge untergebracht waren)
Dokument mit einer Liste aus dem KZ Sachsenhausen, in der Liste sind 59 zu entlassende Juden mit Name, Vorname, Geburtsdatum und Häflingsnummer erfasst
Bernd wird am 12.12.1938 nach 4 Wochen Haft aus dem KZ Sachsenhausen entlassen und geht zurück nach Leipzig. Am gleichen Tag werden auch Günther Jaffé, Helmut Baum, Lothar Glogauer und Gerhard Herzog entlassen. (Quelle: Arolsen Archives)
  • 26.3.1939: zur Hachschara nach Dänemark
  • April 1940: Deutsche Besatzung Dänemarks September
  • 1943: Adolf Hitler befiehlt die „Endlösung der Judenfrage“ in Dänemark
  • 14.10.1943: Flucht von Dänemark nach Schweden (im Oktober 1943 gelingt vor allem mit Hilfe dänischer Fischer über 7.700 Juden die Flucht aus Dänemark über die Ostsee nach Schweden, darunter die Freiensteiner Helmut Baum, Lothar Glogauer, Gerhard Herzog, Martin Lange und Fritz Wolff)
  • in Schweden zunächst in der Landwirtschaft tätig
  • Januar 1945: Bernd besucht zusammen mit Fritz Löwenstein einen dreimonatigen Kurs für Studenten der Landwirtschaft an der Universität Uppsala
  • Juni 1945 bis April 1948: nach der Rückkehr nach Dänemark Studium der Landwirtschaft an der Königlichen Veterinär- und Landwirtschaftsuniversität (Kongelige Veterinær- og Landbohøjskole)
  • Bernd arbeitet als Diplom-Landwirt (Disponent) in der Verwaltung bei der Firma Hartmann in Kopenhagen
  • 1986: heiratet Hanna Dubova Seckel
  • 3.7.2009: Bernd Drucker stirbt im Alter von 92 Jahren in den USA
Gemeinsamer Grabstein von Bernd und seiner Ehefrau Hanna
Gemeinsame Grabstätte von Bernd Drucker und seiner Ehefrau Hanna Dubrova Seckel im King David Memorial Park in Pennsylvania, USA (Quelle: Find a Grave)
Familie
  • Großeltern Drucker: Bernhard Drucker; verh. mit Clara Aub
  • Vater: Siegfried Drucker * 3.1.1872 (Offenbach am Main) – ✡ 26.3.1943 (Ghetto Theresienstadt/heute Tschechien)
  • Mutter: Zofja/Sofia Alexander * 5.4.1877 (Raschkow/heute Raszków, Polen) – ✡ 19.2.1927; Heirat im April 1917 in Offenbach am Main
  • Onkel: Siegfried Alexander * 30.7.1872 (Raschkow/heute Raszków, Polen ); verh. mit Fanny Meyer – beide fliehen 1940 nach Shanghai, China
  • Ehefrau: Hanna Dubova, verwittwete Seckel * 2.7.1925 – ✡ 8.1.2010; Heirat 1986 in Kopenhagen, Dänemark
Quellen