Fritz Wolff

Fritz Walter Wolff
* 3.5.1913 (Bad Kreuznach) – ✡ 22.9.1972 (Upplands Väsby, Schweden)
Stationen: Bad Kreuznach, Freienstein, Dänemark, Schweden

  • Fritz besucht nach der Oberschule zwei Jahre – bis 1931 – die Städtische Handelsschule in Bad Kreuznach; danach ein Jahr als Volontär in einer Klavierfabrik; arbeitet dann in der elterlichen Musikalienhandlung Gebr. Wolff in Bad Kreuznach
  • ab 1936: Fritz zur Hachschara an verschiedenen Orten, auch in Freienstein
  • 10.11.1938: Novemberpogrome: die Wohnung der Mutter sowie die Musikalienhandlung werden verwüstet und geplündert, Instrumente zerstört; Fritz wird in Bad-Kreuznach verhaftet und nach fünf Tagen im Gefängnis vor Ort sowie einem Tag im Gefängnis in Mainz für zwei Monate im KZ Dachau inhaftiert
Zugangsbuch Konzentrationslager Dachau (Quelle: Arolsen Archives)
Zugangsbuch Konzentrationslager Dachau: Fritz ist vom 15.11.1938 bis 13.1.1939 im KZ Dachau inhaftiert, er bekommt die Häftlingsnummer 27075 (Quelle: Arolsen Archives)
  • 4.3.1939: Fritz reist zur Hachschara nach Dänemark aus; Arbeit auf Bauernhöfen in Arby, Bryde, Sandager und Odense auf Fünen
  • April 1940: Deutsche Besatzung Dänemarks
  • September 1943: Adolf Hitler befiehlt die „Endlösung der Judenfrage“ in Dänemark
  • 10.10.1943: Fritz flieht von Dänemark nach Schweden (im Oktober 1943 gelingt vor allem mit Hilfe dänischer Fischer über 7.700 Juden die Flucht aus Dänemark über die Ostsee nach Schweden, darunter die Freiensteiner Bernd Drucker, Helmut Baum, Lothar Glogauer, Gerhard Herzog und Martin Lange)
Flucht von Dänemark nach Schweden (Quelle: safe-haven.dk)
Fritz flieht mit einem dänischen Frachtschiff von Kopenhagen nach Malmö (Quelle: safe-haven.dk)
Notfallvisum, Malmö, 11.10.1943: Die Flüchtlinge aus Dänemark werden befragt und einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Fritz bekommt Lebensmittelmarken für Brot, Butter, Fleisch und Tabakwaren und soll so schnell wie möglich eine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. (Quelle: Riksarkivet/The Swedish National Archives: Fritz Wolff, Antrag auf schwedische Staatsbürgerschaft von 1953)
Notfallvisum, Malmö, 11.10.1943: Die Flüchtlinge aus Dänemark werden befragt und einer ärztlichen Untersuchung unterzogen. Fritz bekommt Lebensmittelmarken für Brot, Butter, Fleisch und Tabakwaren und wird aufgefordert, so schnell wie möglich eine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. (Quelle: Riksarkivet/The Swedish National Archives)
Antrag auf Verlängerung verschiedener Aufenthalts- und Arbeitsvisa vom 8.9.1944 (Quelle: Riksarkivet/The Swedish National Archives)
Antrag auf Verlängerung verschiedener Aufenthalts- und Arbeitsvisa vom 8.9.1944; auch auf der Liste Leo Lippmann (Quelle: Riksarkivet/The Swedish National Archives)
Liste der „Alten Chawerim“ des Hechaluz, Hässleholm, Schweden, 15.10.1945; auch auf der Liste seine spätere Ehefrau Helene Eckstein und Martin Lange (Quelle: Arolsen Archives/Ancstry)
Liste der „Alten Chawerim“ des Hechaluz, Hässleholm, Schweden, 15.10.1945; auch auf der Liste seine spätere Ehefrau Helene Eckstein und Martin Lange (Quelle: Arolsen Archives/Ancstry)
  • verschiedene Gelegenheitsarbeiten, unter anderem als Landarbeiter, Transport- oder Gießereiarbeiter; Unterstützung durch den Hechaluz i Sverige; seit 1950 ist Fritz als Buchdrucker tätig
  • 15.10.1949: Fritz heiratet Helene Eckstein
  • 4.6.1954: die Eheleute erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft
  • 1967: Scheidung
  • 1972: Fritz Wolff stirbt im Alter von 59 Jahren in Stockholm
1972 Beisetzung auf dem Waldfriedhof Skogskyrkogården in Stockholm (Quelle: billiongraves)
Grabstein auf dem Waldfriedhof Skogskyrkogården in Enskede/Stockholm (Quelle: billiongraves)
FAMILIE
  • Großeltern Wolff: Josef Leopold Wolff * 14.1.1841 (Bad Kreuznach) – ✡ 1918 (Bad Kreuznach); verh. im November 1875 mit Recha Goldschmidt * 2.8.1855 (Frankfurt am Main) – ✡ 25.11.1938 (Frankfurt am Main)
  • Großeltern Höchheimer: Isidor Höchheimer* 24.6.1853 (Mergentheim) – ✡ 26.3.1928 (Mannheim); verh. im Juni 1887 mit Thekla Stern* 17.10.1865 (Sontheim) – ✡ 17.10.1894 (Mannheim); heiratet im Dezember 1895 seine zweite Ehefrau Friederike Paula Lazarus * 16.7.1862 (Juechen) – ✡ 17.4.1940 (Mannheim)
  • Vater: Julius Wolff * 1.9.1876 (Bad Kreuznach) – ✡ 31.8.1917 (Ukraine)
  • Mutter: Elsa Paula Höchheimer * 14.8.1889 (Mannheim) – ✡ für tot erklärt 30.6.1942 (Ghetto Kraśniczyn, heute Polen); Heirat im Oktober 1911; 2. Ehe 1920 in Bad Kreuznach mit Moritz Fritz Mansbacher * 15.6.1886 (Darmstadt) – ✡ für tot erklärt 30.4.1942 (Ghetto Kraśniczyn, heute Polen
  • Halbbruder: Ludwig Julius Mansbacher * 17.12.1921 (Bad Kreuznach) – ✡ zusamen mit den Eltern deortiert und für Tod erklärt
  • Onkel: Leopold Wolff * ca. 1880 – ✡ 9.3.1920 (Frankfurt am Main
  • Tante: Bertha Höchheimer * 25.4.1888 (Mannheim); 1938 Flucht in die Schweiz
  • Tante: Johanna Höchheimer * 12.7.1891 (Mannheim) – ✡ 28.5.1943 (KZ Sobibór/heute Polen); verh. mit Julius Nassau * 18.5.1879 (Essen) – ✡ 1.7.1952 (Bussum, Niederlande); Tochter Thekla Juliana Nassau *25.7.1917 (Amsterdam) – ✡ 3.9.1943 (KZ Auschwitz)
  • Tante: Alice Sophie Höchheimer * 23.12.1896 (Mannheim) – ✡ 31.8.1942 (KZ Auschwitz); verh. mit Moritz Neumark * 4.5.1883 (Ellingen) – ✡ 21.5.1927 (München); Söhne Kurt Simon und Ernst Neumark * 7.2.1924 (München) – ✡ vor dem 8.5.1945 (KZ Auschwitz)
  • Ehefrau: Helene Eckstein * 1.6.1924 (Karlsbad/heute Karlovy Vary, Tschechien) – ✡ 16.5.1998 (Hammarby, Schweden); 1970 2. Ehe mit Karl Stig Sandberg
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