Werner Manasse

Werner Joachim Manasse
* 31.5.1920 (Posen/heute Poznań, Polen) – ✡ 22.8.2011 (Solna, Schweden)
Stationen: Posen, Freienstein, Dänemark, Schweden

Geburtsanzeige
Geburtsanzeige für Werner Joachim Manasse, Berliner Tageblatt und Handels-Zeitung, Morgenausgabe vom 9.6.1920 (Quelle: Deutsches Zeitungsportal)
  • 1934: nachdem Werner Manasse das Kaiser Friedrich Realgymnasium in Berlin-Charlottenburg verlassen musste, besucht er die Jüdische Mittelschule in der Großen Hamburger Straße
  • 15.1.1936 – 27.7.1938: Rohrleger-Lehrling bei „Eugen Kaplun & Co. Zentralheizungs-, Lüftungs- und sanitäre Anlagen“ in Berlin-Wilmersdorf
  • 1.8.1938 – 19.10.1938: als Rohrleger bei „Arthur Myrants“ in Berlin-Wilmersdorf
  • zur Hachschara nach Freienstein
  • 10. November 1938, Novemberpogrom:

„Als wir des Nachts aufgesucht wurden, erhielt ich eine starke Kopfverletzung und wurden nach ca. einer Stunde abtransportiert, nur mit der Kleidung welche man an hatte.“ (Werner Mansasse, 1960)

  • Werner Manasse wird zusammen mit den anderen Jugendlichen der jüdischen Ausbildungsstätte und der Eigentümerfamilie des Gutes Freienstein verhaftet und ins Polizeigefängnis nach Stettin transportiert[; am nächsten Morgen werden die Mädchen und Frauen entlassen und nach Berlin geschickt, die Jungen und Männer werden ins KZ Sachsenhausen verschleppt; Werner Manasse erhält die Häftlingsnummer 11334 und wird dem Block 62 zugewiesen (dem sogenannten „Kleinen Lager“, in dem die meisten der jüdischen Häftlinge untergebracht waren)
Dokument mit einer Liste aus dem KZ Sachsenhausen, in der Liste sind 23 zu entlassende Juden mit Häflingsnummer, Name, Vorname und Geburtsdatum erfasst
Werner Manasse wird am 12.12.1938 nach 4 Wochen Haft aus dem KZ entlassen. Am gleichen Tag werden auch Günther Jaffé und die Freiensteiner Auszubildenden Helmut Baum, Bernd Drucker, Joachim Gedalje, Lothar Glogauer, Gerhard Herzog, Fritz Löwenstein, Heinz Mosse und Kurt Neuwald entlassen. (Quelle: Arolsen Archives)
  • 27.1.1939: Flucht nach Dänemark zur Hachschara auf die Insel Fünen; Schwester Ilse kann im selben Jahr nach Palästina fliehen
  • unentlohnte Arbeit in der Landwirtschaft: bis 1.5.1940 bei Jörgen Nilsen in Flemlöse-Söby und bis 1.5.1941 bei Simon Nybo in Glamsberg
  • 15.5.1941: Flucht nach Schweden
  • 15.7.1941 – 1.9.1944: Arbeit in der Landwirtschaft
  • 1.9.1944: Arbeit bei „Esterna Konfektions AB“ in Stockholm – zunächst als Laufbursche, später in Lager, Auslieferung und Verkauf
Heiratsregister
21.6.1947: Werner Manasse heiratet Brita Ingeborg Turesson in der Sankt Matteus kyrka in Stockholm (Quelle: Ancestry)
  • Oktober 1950: erhält die schwedische Staatsbürgerschaft
  • der ehemaligen Freiensteiner Bernd A. Drucker, wohnhaft in Kopenhagen, wird von seinem „langjährigen Freund“ Werner Manasse bevollmächtigt, ihn bei seinen Wiedergutmachungsanträgen behilflich zu sein; Helmut Baum, Fritz Löwenstein, Bernd Drucker und Heinz Schloss [H.S. Smedal] geben für Werner Manasse eidesstattliche Versicherungen ab; offenbar bleiben die ehemaligen „Freiensteiner“ miteinander in Verbindung
  • 22.8.2011: Werner Manasse stirbt im Alter von 91 Jahren in Solna, Schweden
Grabstein
Grabstein auf dem Norra begravningsplatsen in Solna, Schweden (Quelle: billiongraves)
FAMILIE
  • Großvater Manasse: Samuel Manasse * 8.2.1854 – ✡ 10.6.1926 (Berlin); verh. mit Minna WilhemineSchocken * 9.11.1850 (Rogasen/heute Rogoźno, Polen) – ✡ 10.6.1926 (Berlin)
  • Großeltern Dienstag: Moritz [Moses Michael/Miches] Dienstag * 25.2.1857 (Schrimm/heute Śrem, Polen) – ✡ 5.2.1943 (Ghetto Theresienstadt); verh. mit Helene (Hannchen/Channah) Wormann * 30.8.1864 (Borek/heute Polen) – ✡ 31.12.1942 (Berlin); Heirat 1887 in Schrimm/heute Śrem, Polen
  • Vater: Max Manasse * 25.1.1883 (Wongrowitz/heute Wągrowiec, Polen) – ✡ März 1943 (KZ Ausschwitz)
  • Mutter: Margarethe Dienstag * 17.11.1889 (Schrimm/heute Śrem, Polen) – ✡ März 1943 (KZ Ausschwitz); Heirat im April 1919 in Schrimm/heute Śrem, Polen
  • Schwester: Ilse Marion Manasse * 20.5.1922 (Berlin) – ✡ 15.9.2002 (New York, USA); verh. mit Isbert Scharlinski 27.4.1922 (Neuendorf) – ✡ 28.7.1960 (New York, USA); 2. Ehemann Arthur Salomon * 7.12.1913 (Wreschen/heute Września, Polen) – ✡ 4.10.1997 (New York, USA)
  • Tante: Bertha Manasse * 23.4.1881 (Wongrowitz/heute Wągrowiec, Polen) – ✡ für Tod erklärt vor dem 8.5.1945 (KZ Auschwitz); verh. 1936 in Berlin mit Gustav Kiwi * 11.5.1871 (Schwersenz/heute Swarzędz, Polen) – ✡ 22.12.1942 (Ghetto Theresienstadt)
  • Onkel: Isidor Dienstag * 2.9.1888 (Schrimm/heute Śrem, Polen) – ✡ für Tod erklärt vor dem 8.5.1945 (Ghetto Riga)
  • Tante: Gertrud Dienstag * 20.2.1891 (Schrimm/heute Śrem, Polen) – ✡ 22.10.1942 (Ghetto Riga)
  • Onkel: Joseph James Dienstag * 7.6.1892 (Schrimm/heute Śrem, Polen) – ✡ 7.5.1909 (Schrimm/heute Śrem, Polen)
  • Tante: Sophie Dienstag * 14.4.1894 (Schrimm/heute Śrem, Polen) – ✡ für Tod erklärt vor dem 8.5.1945 (KZ Auschwitz); verh. mit Paul Jacobi * 10.5.1890 (Groß Tuchen/heute Tuchomie, Polen) – ✡ für Tod erklärt vor dem 8.5.1945 (KZ Auschwitz)
  • Onkel Julian Dienstag * 4.4.1896 (Schrimm/heute Śrem, Polen) – ✡ November 1981 (New York, USA); verh. mit Frieda Levite * 28.10.1906 (Mönchsroth) – 2008; Heirat 1937 in Berlin
QUELLEN